PALIS ADVISORY GMBH, BERLIN 
 

Message from Manchester 2018 

In diesem Jahr feierte das Kunstfestival 48 Stunden Neukölln 20-jähriges Jubiläum. Vom 22. – 24.06.2018 wurden an unterschiedlichsten Orten in Neukölln Ausstellungen, Installationen und Performances zum diesjährigen Festivalthema „Neue Echtheit“ gezeigt. Die Formen dieser „Neuen Echtheit“ waren so vielfältig wie Neukölln selbst. Von der Hermannstraße über die Karl- Marx Straße, vom Rathaus Neukölln bis  zum Hermannplatz waren die Kieze gefüllt mit Kunst, Kunstschaffenden und Kunstbegeisterten. 

Auch die Palis Advisory brachte mit  MESSAGE FROM MANCHESTER einen Beitrag in das Festival ein. In Kooperation mit der Galerie PAPER aus Manchester kamen sechs künstlerische Positionen aus dem Norden Englands im Kirchraum  der  Herrenhuther Brüdergemeine  in Neukölln zusammen.  

 


Die verschiedenen Ansätze der Künstler*innen wurden durch das gemeinsame Verständnis von Neuer Echtheit verbunden: die Idee, dass Realitäten vielschichtiges sind. Und, dass die Nahtstellen multipler Realitäten ihre Inspirationsquellen sind. 

  • Die Collagen und Performances von Ruby Tingle positionieren sich an der Grenze mystischer Fabelwelten zwischen Mensch und Tier 
  • Hannah Wooll verzerrt die Dimensionen, indem sie ihre filigran gemalten Protagonistinnen in viel zu groß wirkenden Ausschnitten aus alten Zeitschriften für Inneneinrichtung platziert und damit Rollenidentität und Kontext hinterfragt
  • Peter Lewis kombiniert in seinen Keramiken die  Schichten historisch gewachsener Bedeutungen zu neuen politischen Aussagen. Dabei bezieht er sich auch ganz direkt auf die Geschichte der Migration der Herrenhuter Brüdergemeine und des Böhmischen Dorfes in Neukölln – und damit auf den Ort, an dem wir ausgestellt haben.
  • Thaleia Kavvada legt auf bedrucktem Pergament verschiedene Ebenen politisch beeinflusster Lebensrealitäten übereinander und schafft so eine eindrucksvolle Rauminstallation. 
  • Lisa Denyer verarbeitet sich in ihren abstrakten Malereien den Gegensatz des schnellen, urbanen Lebens mit der Langsamkeit der Malerei: kräftige Farben und dynamische Pinselstriche treffen auf filigrane geometrische Kompositionen. 

Darüber hinaus entstanden Kooperationen mit drei Neuköllner Künstler*innen. 

  • Der Organist Wilfried Müller-Brandes erarbeitete eine eindrucksvolle Soundperformance mit Ruby Tingle, die sich in ganz Neukölln schnell rumsprach. 
  • Die großformatigen Malereien von Debora Harder bereicherten die Ausstellung mit ihrer komplexen Ikonographie und den anregenden Inhalten. 
  • Die Balletttänzerin Patricia Rissmann verwandelte für eine improvisierte Tanzperformance den Ausstellungsraum in ein goldenes Meer.